Starke Leistung des Teams in Gelb

9. Solidaritätslauf für Menschen ohne Arbeit – auch zahlreiche Helfer aus den Projekten im Einsatz

Solidaritätslauf (c) Andrea Thomas
Solidaritätslauf
Mi 19. Aug 2015
Andrea Thomas
Sie wurden bejubelt und vom Straßenrand angefeuert: Hauptakteure waren auch in diesem Jahr wieder die rund 500 großen und kleinen Läufer. Doch ohne die gut 50 ehrenamtlichen Helfer hätten sie nicht nur meteorologisch sondern auch sprichwörtlich „im Regen gestanden“.

Die Zuschauer waren etwas weniger als sonst, aber motivierend wie immer, wenn es in Aachens Altstadt „Auf die Plätze, fertig, los!“ heißt zugunsten der kirchlichen Arbeitslosenarbeit in den Aachener Regionen. Von jedem erlaufenen Euro gehen 50 Cent an die 30 regionalen Ausbildungsund Qualifizierungsprojekte für Langzeitarbeitslose und Jugendliche ohne Ausbildung.

Eröffnet hatten den 9. Solidaritätslauf Superintendent Hans-Peter Bruckhoff (Kirchenkreis Aachen) und Pfarrer Rolf-Peter Cremer (Bistum Aachen). Beide unterstrichen in ihren kurzen Reden, wie wichtig dieses Zeichen gelebter Solidarität mit Menschen ohne Arbeit sei. In der Städteregion gehört jeder Fünfte zu dieser Gruppe.

Teilnehmer, Helfer und Organisatoren gingen mit gutem Beispiel voran. Während die einen ihre Runden zwischen Markt und Münsterplatz drehten, sorgten die anderen für einen reibungslosen Ablauf. Mitarbeiter und Ehrenamtliche aus den Arbeitslosenprojekten und den dazugehörigen Trägern waren als Streckenposten, am Getränke- oder Verpflegungsstand, als Rundenzähler im Start- und Zielbereich, am Tombolastand und beim Zusammenrechnen der erlaufenen Runden und Beträge im Einsatz.

 

Gute Werbung für die Arbeitslosenarbeit

Die größte Gruppe stellt regelmäßig der Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur aus Herzogenrath, Träger unter anderem des Gebrauchtwarenkaufhauses „Patchwork“ und der Recyclingbörse. „Wir sind mit zehn Mitarbeitern dabei. Viele bringen sich schon seit Jahren immer wieder ein“, sagt Geschäftsführerin Andrea Kever, die von Anfang an als Helferin mit dabei ist.

Auch für Werner Wilfling, den Leiter des „Patchworks“ ist es Ehrensache, als Ordner mit gelber Warnweste an der Strecke zu stehen. „Das ist mein Event mit ganz besonderem Flair“, schwärmt er. Wozu schon sein Standort beiträgt: zwischen Dom, St. Foillan und einer Bäckerei, aus der es nach Kaffee duftet. Immer wieder komme man mit Menschen ins Gespräch – eine gute Chance, von seinem Projekt zu erzählen und es bekannter zu machen. „Man braucht hier viele Talente“, verrät Erika Lieber von der Arbeitslosenberatungsstelle der KAB in Aachen. Sie steht in der Nähe des Doms, wo viele Besucher die Laufstrecke queren. Viele fragten, wofür hier gelaufen werde. „Der Solifonds ist vielen nicht bekannt“, erzählt sie. Fremdenführerqualitäten und Fremdsprachenkenntnisse seien hilfreich.

 

Manche Läufer haben zwei Seiten Sponsoren

Die sind im Zelt nahe Start und Ziel weniger gefragt, hier wird knallhart gerechnet. An zwei langen Tischen sitzen die „Rundenausrechner“. Ist ein Läufer fertig, werden die gelaufenen Runden und die so zustande gekommenen Sponsorenbeträge zusammengezählt. Anschließend wird der Laufzettel fotografiert.

„Das reicht von zehn Cent pro Runde bis 20 Euro“, berichtet Bettina Küppers von „In Via“ Aachen. Einfach seien die Laufzettel mit nur einem Sponsor, aber es gebe auch solche mit „zwei Seiten Sponsoren“. Sie ist dabei, weil es eine gute Sache sei, für die man an einem Sonntag auch mal früh aufstehen könne.