800 laufen gegen die Hoffnungslosigkeit

Großer Solidaritätslauf für Arbeitslosenprojekte

Solidaritätslauf 2011 (c) Monika Herkens
Solidaritätslauf 2011
Mo 19. Sep 2011
Monika Herkens
Aachen. Da mussten sich Josef Voß und Martin Großmann eiligst aus dem Staub machen:

Nachdem der Regionaldekan und der evangelische Pfarrer gemeinsam das Startsignal für den sechsten Solidaritätslauf gegeben hatten, stürmten die ersten Läufer ungeduldig los, und den beiden blieb nur noch ein großer Satz an den Streckenrand übrig.  „Diese Motivation ist schon ein tollen Zeichen“, lobte Voß.

Rund 800 Menschen trotzten dem Regen und begaben sich pünktlich um 11.15 Uhr auf den einen Kilometer langen Rundkurs um Dom und Rathaus. Jeder Teilnehmer hatte sich vorab Sponsoren gesucht, die jede gejoggte oder gegangene Runde mit einem gewissen Betrag honorieren. Das so erlaufene Geld kommt zur Hälfte kirchlichen Arbeitslosenprojekten in der Region zu Gute. Die andere Hälfte kann jeder Läufer an eine gemeinnützige Organisation seiner Wahl spenden.

Wie bereits in den Vorjahren hatten sich besonders viele Gruppen an dem Lauf beteiligt. Insgesamt 60 Vereine, Institutionen, soziale Einrichtungen und Schulen schwitzten für den guten Zweck. Mit über sechzig Läufern war das Luisenhospital erneut die größte Gruppe. Von der Bühne vor dem Rathaus feuerte erneut die Bigband des Pius-Gymnasiums die eigene Laufgruppe und auch alle anderen Sportler an. „Dies ist ein Lauf gegen das Vergessen und gegen die Hoffnungslosigkeit“, sagt der Regionaldekan. Denn vor allem Langzeitarbeitslose würden schnell aus dem öffentlichen Fokus verschwinden und im Schatten der Gesellschaft stehen. „Diese Menschen drohen seelisch zu verhungern“, sagt Pfarrer Großmann. Gegen diese Ausgrenzung setzten alle Teilnehmer des Solidaritätslaufes ein aktives Zeichen. „Nicht nur reden, sondern tätig werden“, so laute die Losung an diesem Sonntag. Auch Bürgermeister Björn Jansen fand deutliche Worte: „Wir können es uns nicht leisten, Menschen mit so viel Potenzial und Arbeitswillen einfach links liegen zu lassen.“ Ausgehend von den Vorjahren rechnen die Veranstalter mit etwa 25 000 Euro, von denen die Hälfte in kirchliche Arbeitslosenprojekte fließen wird. Rund 30 davon gibt es in der Region. Dort können Arbeitslose Beratung und psychologische Unterstützung finden oder sich in Qualifizierungsangeboten auf eine Ausbildung vorbereiten.(nga)

aus: Aachener Zeitung, Lokales Aachen-Stadt, online-Auftritt